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Schürfgrube (Sondierbohrung) in Delmenhorst – Präzise Bodenaufschlüsse nach DIN EN 1997-2

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Delmenhorst liegt auf durchschnittlich 7 Metern über NHN, geprägt von der Nähe zur Delme und den Geestausläufern. Die Stadt zählt rund 78.000 Einwohner und wächst stetig, was die Bebauung auch auf weniger offensichtlichen Flächen vorantreibt. In unserer Erfahrung ignorieren viele Planer die ersten zwei Meter unter GOK – genau dort spielt sich bei der Schürfgrube die entscheidende Aufschlussarbeit ab. Anders als eine reine Sondierbohrung liefert die Schürfgrube einen direkten Einblick in Schichtgrenzen, Fremdstoffe und die tatsächliche Lagerungsdichte. Gerade in den Mischgebieten zwischen Graft und Innenstadt stoßen wir regelmäßig auf anthropogene Auffüllungen aus der Nachkriegszeit, die kein Rammkernbohrer zuverlässig abbilden kann. Die Schürfgrube ist hier das einzig sinnvolle Fenster in den Baugrund.

Die Schürfgrube ist der direkteste Aufschluss. Sie zeigt, was der Rammkern verfälscht und der Bohrer zerstört.

Ablauf und Umfang

Ein typischer Fehler in der Region ist die Annahme, ein einzelner Baggerschurf reiche aus, um die Baugrundverhältnisse zu charakterisieren. In Delmenhorst mit seinen kleinräumig wechselnden Sandlinsen und Beckentonen sehen wir das anders. Eine fachgerechte Schürfgrube erfordert eine detaillierte Ansprache der Schichten nach DIN 4023, die Entnahme gestörter und ungestörter Proben sowie eine präzise Dokumentation des Schichtverlaufs. Erst diese Daten erlauben eine belastbare Aussage zur Tragfähigkeit. Kombiniert man die Schürfgrube mit einer Rammsondierung, lassen sich die manuell angesprochenen Horizonte direkt mit Spitzenwiderständen korrelieren. Für die Bestimmung der Verdichtbarkeit bindiger Böden ergänzen wir die Untersuchung oft durch die Bestimmung der Atterberg-Grenzen. Die gewonnene Bodenansprache bildet die Grundlage für jede weitere Bemessung.
Schürfgrube (Sondierbohrung) in Delmenhorst – Präzise Bodenaufschlüsse nach DIN EN 1997-2
Technisches Referenzbild — Delmenhorst

Örtliche Baugrundfaktoren

Delmenhorst entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert rasant als Industriestandort, was zu einer unübersichtlichen Gemengelage aus gewachsenen Sanden, Torflinsen und mächtigen Auffüllungen führte. Entlang der ehemaligen Bahntrassen und in den alten Fabrikarealen sind die oberen drei Meter oft ein unberechenbarer Mix aus Schlacke, Bauschutt und umgelagertem Boden. Wer hier ohne Schürfgrube plant, riskiert Setzungen, die erst Jahre nach Fertigstellung sichtbar werden. Ein klassischer Fall aus unserer Praxis: Eine als tragfähig eingestufte Fläche im Bereich Annenheide entpuppte sich erst im Schurf als verfüllter ehemaliger Entwässerungsgraben. Der Bauherr ersparte sich mit der rechtzeitigen Erkundung den Austausch von 80 Kubikmetern ungeeigneten Materials unter der bereits geplanten Bodenplatte.

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Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
Aufschlusstiefe (üblich)2,0 – 3,5 m unter GOK
Schurfbreite (Regelausführung)0,8 – 1,2 m
BodenklassifikationDIN EN ISO 14688 / DIN 18300
Probenentnahme (gestört)Eimerproben je Horizont
Probenentnahme (ungestört)Ausstechzylinder in tragfähigen Schichten
DokumentationFotodokumentation jeder Sohle und Wand
Normative GrundlageDIN EN 1997-2 (Eurocode 7)
ArbeitsschutzVerbau ab 1,25 m Tiefe nach DIN 4124

Ergänzende Leistungen

01

Maschineller Schurf mit Bodenansprache

Herstellen der Schürfgrube mit einem Mobilbagger bis zur geplanten Tiefe. Lagenweise Freilegung und detaillierte Ansprache jedes Horizonts durch einen Geotechniker direkt vor Ort.

02

Probenentnahme und Laboranalyse

Entnahme gestörter Proben für die Korngrößenanalyse und ungestörter Proben zur Bestimmung der Scherfestigkeit. Die Proben werden gekühlt und unverzüglich ins Labor transportiert.

03

Dokumentation und Baugrundgutachten

Erstellung eines normkonformen Schurfprotokolls mit Fotodokumentation und Einbindung in das geotechnische Gutachten. Auf Wunsch ergänzen wir den Aufschluss durch eine CPT-Sondierung für einen lückenlosen Tiefenverlauf.

Maßgebliche Normen

DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 4023 – Baugrund- und Wasserbohrungen, zeichnerische Darstellung, DIN EN ISO 14688 – Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden, DIN 4124 – Baugruben und Gräben, Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Schürfgrube in Delmenhorst?

Für eine maschinelle Schürfgrube mit fachtechnischer Begleitung, Bodenansprache und Dokumentation bewegen wir uns in Delmenhorst üblicherweise in einem Rahmen von €450 bis €720. Der Preis hängt von der genauen Tiefe, der Anzahl der Schürfe und dem eventuell nötigen Verbau ab. Ein pauschales Angebot erhalten Sie nach einer kurzen Besprechung Ihres Projekts.

Bis zu welcher Tiefe kann eine Schürfgrube ausgeführt werden?

Üblich sind Tiefen zwischen 2,0 und 3,5 Metern. Ab 1,25 m Tiefe schreibt die DIN 4124 einen Verbau vor, was den Aufwand und die Kosten erhöht. Für tiefere Aufschlüsse setzen wir meist auf Sondierbohrungen, da der maschinelle Schurf ab 4 Metern wirtschaftlich und sicherheitstechnisch an seine Grenzen stößt.

Worin liegt der Vorteil einer Schürfgrube gegenüber einer Bohrung?

Die Schürfgrube erlaubt die direkte Betrachtung der Schichtgrenzen und die Entnahme ungestörter Proben in einer Qualität, die mit Bohrverfahren kaum zu erreichen ist. Man erkennt Fremdstoffe, Auffüllungen oder Torflinsen sofort. Gerade in den heterogenen Böden im Raum Delmenhorst ist dieser direkte Einblick Gold wert für die spätere Gründungsbewertung.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Delmenhorst und Umgebung.

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