Die Tiefbohranlage steht auf dem sandigen Geestrücken am Rand der Delmenhorster Niederung. Der Seilkernbohrer zieht ungestörte Proben aus der Schichtenfolge des Urstromtals. Hier am Rand der Wesermarsch liefern die Kleiböden und Torflinsen ein komplexes Spannungs-Dehnungsverhalten, das bei Tunnelvortrieben sofort sichtbar wird. Für Tunnel in weichem Boden setzen wir die schwere Rammsonde DPH ein, um die Lagerungsdichte unterhalb des Grundwasserspiegels zu bestimmen, der bei etwa 53° nördlicher Breite schon in 1,5 m Tiefe ansteht. Die Proben wandern direkt ins bodenmechanische Labor, wo wir mit dem Triaxialversuch die undränierte Scherfestigkeit cu für die Ortsbruststabilität bestimmen. Ein Techniker notiert jeden Meter den Eindringwiderstand, während draußen der nächste Lkw mit Stahlrohren für die vorübergehende Baugrubensicherung anrollt.
Die Ortsbruststabilität in Delmenhorster Kleiböden erfordert eine cu-Bestimmung im Triaxialversuch mit Sättigungsdrücken über 400 kPa.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist ein Triaxialversuch für einen Tunnel in weichem Boden zwingend erforderlich?
Sobald die Ortsbruststabilität rechnerisch nach DIN 4085 nachzuweisen ist, benötigen Sie die undränierte Scherfestigkeit cu aus dem CU-Versuch. Der Rahmenscherversuch liefert hier zu konservative Werte, weil die Drainagebedingungen im Klei nicht realistisch abgebildet werden.
Welche Kosten entstehen für eine geotechnische Analyse eines Tunnelprojekts in weichem Boden?
Die Kosten für eine geotechnische Analyse für Tunnel in weichem Boden in Delmenhorst liegen typischerweise zwischen €3.330 und €17.170. Der Preis hängt vom Umfang der Feldversuche, der Anzahl der Triaxialversuche und der Tiefe der Aufschlüsse ab.
Wie tief müssen die Aufschlussbohrungen für einen Tunnel in Delmenhorster Kleiböden geführt werden?
Die Bohrungen müssen mindestens das 1,5-fache des Tunneldurchmessers unter die Sohle reichen. In Delmenhorst bedeutet das bei den quartären Beckenablagerungen oft Endteufen von 25 bis 35 m, um die tragfähigen Sande der Saale-Kaltzeit sicher zu erreichen.
Reicht ein CPT-Versuch für die Bemessung der Tunnelschale aus?
Nein. Der CPT liefert kontinuierliche Profile des Spitzendrucks, aber keine direkten Steifigkeits- oder Scherfestigkeitswerte. Wir korrelieren qc zwar mit dem Steifemodul Es, doch für die Schalendimensionierung brauchen Sie zusätzlich Ödometer- und Triaxialversuche an ungestörten Kernen.