Die sandig-lehmigen Ablagerungen der Saale-Kaltzeit prägen den Untergrund in Delmenhorst. Wer hier auf der Geest oder in den Niederungen der Delme eine tiefe Baugrube plant, trifft auf Wechsellagerungen aus Geschiebelehm und wasserführenden Sandlinsen. Diese geologische Konstellation verlangt eine Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben, die nicht mit pauschalen Annahmen arbeitet, sondern die kleinräumige Variabilität des Baugrunds berücksichtigt. Schon eine geringe Abweichung der Wasserandrangmenge kann den Verbau überlasten. Deshalb kombinieren wir für Standorte in Delmenhorst die CPT-Versuche zur lückenlosen Schichtaufnahme mit laborativen Scherversuchen. Nur so lassen sich realistische Erddruckbeiwerte und Verformungsbilder ableiten, bevor der Bagger anrollt. Ergänzend fließen Erkenntnisse aus Schürfgruben ein, wenn die oberflächennahe Lagerungsdichte im Bereich der Baugrubensohle genau zu bewerten ist.
Die Baugrubenbemessung in Delmenhorst muss die hydraulische Interaktion zwischen Sandersanden und Geschiebemergel abbilden – sonst wird aus einer Verformung schnell ein Schadensfall.
Ablauf und Umfang
Die quartären Sedimente der Delmenhorster Geest zeigen eine ausgeprägte Heterogenität. Direkt unter dem Beckenschluff folgen oft mitteldicht gelagerte Sandersande mit einer Durchlässigkeit von kf = 10
-4 bis 10
-5 m/s, die bei ungesteuertem Wasserzutritt zum Problem werden. Die Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben muss hier eine dichte Verbauwand oder ein abgestimmtes Dränagesystem vorsehen. In tieferen Lagen ab etwa 12 Metern steht Geschiebemergel mit eingelagerten Kreidekalkbrocken an – ein zähes Material mit hohem Steifemodul, aber sprödem Bruchverhalten bei Entlastung.
Unsere Bemessung stützt sich auf DIN EN 1997-1:2014 in Verbindung mit DIN 1054:2021-04, ergänzt durch EB 76 für tiefe Baugruben. Die Scherparameter des Mergels ermitteln wir im
Triaxialversuch unter drainierten Bedingungen, während für die rolligen Schichten der
Plattendruckversuch die Zieldaten für den Verformungsmodul liefert. Die Kombination aus Feld- und Laborversuchen in unserem DAkkS-akkreditierten Prüflabor stellt sicher, dass die charakteristischen Kennwerte nicht auf abgeschätzten, sondern auf gemessenen Werten basieren.