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Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Delmenhorst: Untergrundmodelle, die halten

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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In Delmenhorst fällt bei fast jedem zweiten Bauvorhaben auf, dass die geologischen Vorinformationen aus alten Karten nur bedingt mit dem übereinstimmen, was man dann tatsächlich im Bohrloch sieht. Die Stadt liegt auf einer typisch norddeutschen Abfolge: pleistozäne Sande der Saale- und Weichselkaltzeit, durchzogen von Geschiebemergelbänken und lokalen Torflinsen, besonders in den Niederungsbereichen nahe der Delme. Genau da setzen wir mit der seismischen Tomographie an. Statt den Baugrund nur punktuell mit einer Sondierung zu erkunden, spannen wir ein durchgehendes Geschwindigkeitsprofil über die gesamte Baufläche auf. Die Kombination aus Refraktion und Reflexion erlaubt es, Lockergesteinsgrenzen und die Tiefe des tragfähigen Pleistozäns auf wenige Dezimeter genau zu kartieren – ohne einen Kubikmeter Boden bewegen zu müssen. Für Delmenhorster Verhältnisse mit ihren oft unregelmäßig ausgebildeten Talsanden ist das eine enorme Planungssicherheit.

Zwei Stunden Messzeit auf einem Delmenhorster Baufeld ersetzen oft drei bis vier Rammkernsondierungen – und liefern trotzdem ein durchgehendes Schichtmodell.

Ablauf und Umfang

Die Wasserverhältnisse in Delmenhorst beeinflussen die Aussagekraft seismischer Profile stärker, als manche Planer annehmen. Gerade in den grundwassernahen Sanden östlich der Graft kann ein gesättigter Horizont die P-Wellen-Geschwindigkeit sprunghaft anheben, ohne dass eine Materialänderung vorliegt. Das erkennen wir im Messbild sofort – aber nur, wenn man die lokale Hydrogeologie kennt. Unser Team arbeitet deshalb mit einer gestaffelten Auswertung: Zuerst wird ein Refraktionsmodell mit bis zu 24 Geophonen und Hammerschlag- oder Fallgewichtsquelle erstellt, das die oberen 20 bis 30 Meter auflöst. Für tiefere Horizonte setzen wir auf hochauflösende Reflexionsseismik, deren Stapelung wir mit den Ergebnissen einer Korngrößenanalyse kalibrieren, um Geschwindigkeitssprünge lithologisch korrekt zuzuordnen. In den Randbereichen der Delme, wo organogene Weichschichten oft nur als meterdicke Zungen auftreten, kombinieren wir die Tomographie zudem mit einem Drucksondierung, um die Scherfestigkeit direkt am Übergang zum tragfähigen Sand zu verifizieren. So entsteht ein Untergrundmodell, das auch für anspruchsvolle Gründungskonzepte belastbar ist.
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Delmenhorst: Untergrundmodelle, die halten
Technisches Referenzbild — Delmenhorst

Örtliche Baugrundfaktoren

Die geotechnische Risikokarte Delmenhorsts hat einen blinden Fleck, der in der Praxis immer wieder zu Verzögerungen führt: begrabene Rinnenstrukturen aus der Eem-Warmzeit, die mit schluffigen, setzungsempfindlichen Sedimenten verfüllt sind. Sie lassen sich mit klassischen Rasterbohrungen kaum orten, weil sie oft nur 5 bis 8 Meter breit sind und unregelmäßig verlaufen. Die seismische Tomographie bildet diese Strukturen als markante Nieder-Geschwindigkeitszone ab. Auf einer Baustelle im Stadtteil Hasport konnten wir damit eine eemzeitliche Rinne über 40 Meter Länge verfolgen, die in keiner Baugrundkarte verzeichnet war. Die Alternative wäre ein flächiges Bohrprogramm mit acht zusätzlichen Aufschlusspunkten gewesen – Kostenpunkt und Bauzeitverzug wären immens gewesen. In einem Gebiet, in dem die tragfähigen Sande erst ab 4 bis 7 Meter Tiefe anstehen, ist diese räumliche Vorinformation kein Luxus, sondern schlicht wirtschaftlich zwingend.

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Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
Erkundungstiefe Refraktion (Hammerschlag)15–25 m, je nach Untergrunddämpfung
Erkundungstiefe Reflexion (Fallgewicht)bis 80 m bei günstiger Impedanzabstufung
Geophonabstand Standard1–5 m, angepasst an Zielhorizont
Schussüberdeckung Reflexionmindestens 600 % für CDP-Stapelung
Auswertung nach NormDIN 18202, ergänzend Empfehlungen DGGT AK 2.2
Vertikale Auflösung Refraktionca. 10–15 % der Zielhorizonttiefe
Typische Messdauer pro Profil45–90 Minuten für 115 m Profillänge

Ergänzende Leistungen

01

Refraktionstomographie für flache Gründungen

Kartierung der Oberkante tragfähiger Sande und Mergel bis 25 m Tiefe. Standardverfahren bei Einfamilienhäusern und Gewerbebauten in Delmenhorst, oft kombiniert mit Rammsondierungen zur Kalibrierung.

02

Hochauflösende Reflexionsseismik

Abbildung tieferer Horizonte und steiler Schichtgrenzen. Einsatz bei Kanalbauprojekten entlang der Delme oder bei der Planung von Regenrückhaltebecken, wo organogene Füllungen bis 15 m Tiefe reichen können.

03

Kombinierte Tomographie mit Georadar

In den trockeneren Sandarealen nördlich der Innenstadt ergänzen wir Seismik mit Georadar-Profilen für die obersten 3 bis 5 Meter. Ideal zur Leitungsdetektion vor Bohrbeginn.

04

Baugrubenüberwachung mit seismischer 4D-Tomographie

Wiederholungsmessungen während des Aushubs überwachen Auflockerungszonen hinter Baugrubenverbauten. Besonders relevant bei tiefen Baugruben in grundwasserführenden Sanden.

Maßgebliche Normen

DIN EN 1997-2 (Eurocode 7: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds), DIN 18202 – Toleranzen im Hochbau, DGGT-Empfehlung Nr. 2.2 – Seismische Verfahren im Baugrund, DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Häufig gestellte Fragen

Welche Normen gelten für seismische Baugrunderkundung in Deutschland?

Maßgebend ist die DIN EN 1997-2 in Verbindung mit dem nationalen Anhang. Ergänzend ziehen wir die Empfehlung Nr. 2.2 des DGGT-Arbeitskreises 2.2 «Seismische Verfahren» heran, die konkrete Vorgaben zu Überdeckungsgrad, Geophonabstand und Auswertungsalgorithmen macht.

Reicht eine seismische Tomographie als alleinige Baugrunderkundung?

Nein, und das empfehlen wir auch nicht. Die Seismik liefert ein flächiges Geschwindigkeitsmodell, aber keine direkten Bodenkennwerte. Wir kombinieren die Profile immer mit mindestens zwei Kalibrierbohrungen, aus denen wir gestörte Proben für die Klassifikation nach DIN 18196 entnehmen.

Mit welchen Kosten muss ich für ein seismisches Profil in Delmenhorst rechnen?

Für ein Refraktionsprofil von 115 Metern Länge mit 24 Geophonen und Hammerschlagquelle liegen die Kosten in Delmenhorst typischerweise zwischen 2.690 und 4.750 Euro, abhängig von Zugänglichkeit, notwendiger Vorbereitung und ob Reflexionsdaten zusätzlich aufgezeichnet werden.

Wie tief kann die Seismik in den Sandböden um Delmenhorst eindringen?

Mit einem beschleunigten Fallgewicht von 100 kg erreichen wir in den trockenen pleistozänen Sanden südlich der A28 Reflexionstiefen von 60 bis 80 Metern. In wassergesättigten Horizonten dämpft die höhere Frequenzabsorption das Signal etwas, sodass wir dort eher 40 bis 50 Meter nutzbare Eindringtiefe ansetzen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Delmenhorst und Umgebung.

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